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Interview mit Wolfgang Völz, dem „Käpt‘n Blaubär“
Stellt euch vor: Käpt‘n Blaubär war bei uns in der Redaktion zu Gast (und Autogramme gab es auch).
Wie ist er so, der Käpt‘n Blaubär?
Verlogen, der lügt – wie gedruckt. Wenn er einmal den Mund aufmacht, hat er schon fünfmal gelogen, aber sonst ist er lieb.
Lügen Sie selber auch manchmal?
Oh, ja, oh ja. Es geht doch gar nicht ohne lügen, selbst wenn es nett gemeint ist. Kuck mal, wenn man sagt, fragt die Mutter: „Hast du Hunger ?“ „Vielleicht“ - ist gelogen, du hast jaeigentlich Hunger. Oder sagt: „Jetzt gehst du ins Bett oder ist es dir noch zu früh?“ Da sagst du natürlich nicht es ist dir zu früh, sondern du gehst ins Bett.
Macht lügen Spaß?
Ja, lügen macht Spaß, weil lügen macht schlank und meine Nase kann ja nicht mehr längerwerden, die kann ja nur noch dicker werden.
Ist es schwer das zu spielen oder zu sprechen?
Nein, das ist eine ganz komische Geschichte. Als der Käpt`n Blaubär, so heißt die Geschichte,die Walter Moers geschrieben hat, die ist 20 Jahre alt und 20 Jahre spreche ich den auch. Zuerst wollte ich den gar nicht sprechen, weil der spricht ja so hamburgerisch, weißt du.
Habe mich dann überreden lassen und es wurde ein großer Erfolg. 20 Jahre, stelle dir das mal vor. Macht Spaß!
Wie finden Sie die 3 Bärchen?
Die sind nett! Das sind 3 Bärchen, also 2 Jungs und 1 Mädchen . Die mussten jetzt schon drei Mal in den 20 Jahren ausgetauscht werden, weil die Jungs zwischendurch in den Stimmbruch kamen und dann ja keine Kinder mehr sprechen können, dann werden Neue ausgesucht. Wir probieren gerade die Vierten aus.
Hatten Sie Ihrer Rolle entsprechend im Leben etwas mit Meer oder Wasser zu tun?
Ich, ob ich mit Wasser zu tun hatte?
Ein Segelboot in Berlin, oder so was?
Nein, nein, nein, aber ich bin natürlich am Wasser in der Stadt Danzig geboren und eine große „Wasserratte“, habe immer geschwommen und fahre fast jedes Jahr nach Polen und gehe nach Zopot baden.Jahrelang konnte man nicht nach Zopot baden, weil es so schmutzig war, aber jetzt ist es wieder sauber.
Sind Sie in Berlin aufgewachsen und auch in unserer Gegend zur Schule gegangen?
Nein, ich bin in Danzig aufgewachsen und auch dort zur Schule gegangen. Nach dem Krieg bin ich als 16-jähriger nach Berlin gekommen und seitdem bin ich hier. Ich wohne seit über50 Jahren in der gleichen Wohnung.
Dürfen wir fragen, in welchem Bezirk Sie wohnen?
In Wilmersdorf, hier um die Ecke.
Haben Sie sonst irgend etwas mit Kindern zu tun?
Ja, ich habe zwei Enkelkinder, zwei Enkelsöhne, und einen großen, der wohnt in Amerika und verkauft Luxusautos, also habe ich drei Enkelkinder, alle drei Jungs.
Ist das Leben eines Schauspielers nicht sehr unregelmäßig?
Ja, das ist es. Wenn du am Theater spielst, musst du abends arbeiten, dann wird es spät bis man nach Hause kommt und man kann dann auch nicht gleich zu Bett gehen, es ist schon mühsam, aber man hat auch viel Freizeit.
Würden Sie diesen Beruf wieder wählen?
Ja, nur mit dem Theaterspielen geht es gesundheitlich nicht mehr so gut.
Wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch!
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